biko

Beratung – Information – Kostenübernahme bei Verhütung

  •  Home
  • Empfehlungen aus dem Modellprojekt - biko(current)

Mit biko erhalten Frauen mit wenig Geld rezeptpflichtige Verhütungsmittel kostenfrei.

Mit dem Modellprojekt biko hat der pro familia Bundesverband die Kostenübernahme von verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln über Schwangerschaftsberatungsstellen erprobt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass ein Bedarf an Kostenübernahmen von Verhütung für Frauen mit wenig Geld besteht.

Menschenrecht Familienplanung umfassend umsetzen

Aus den Ergebnissen und Erfahrungen des Modellprojektes lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:

  • Der aktuell ungleiche Zugang zu Kostenübernahmen für Verhütungsmittel (sog. „Postleitzahlen-Lotterie“, da einige Kommunen selbst finanzierte Kostenübernahmeprojekte haben und andere nicht) muss überwunden werden.
    Im Sinne des Rechts auf Familienplanung sollte für Frauen mit wenig Geld eine bundeseinheitliche Lösung entwickelt werden.
  • Der Zugang zur Kostenübernahme sollte Frauen im Transferleistungsbezug und Frauen mit vergleichbar geringem Einkommen zugänglich sein. Für diese Gruppe konnte im Modellprojekt ein dringlicher Handlungsbedarf festgestellt werden.
  • Die gesamte Palette der verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel und die dafür notwendigen ärztlichen Leistungen sollten von der Kostenübernahme abgedeckt werden. Verschreibungspflichtige Verhütungsmittel werden am häufigsten angewendet und sind am kostenintensivsten.
  • Das Kostenübernahmeverfahren sollte für die Frauen niedrigschwellig, unbürokratisch und stigmatisierungsfrei sein. Den im Modellprojekt identifizierten Barrieren sollte durch eine bundesweite Regelung mit entsprechenden Maßnahmen begegnet werden.
  • Die Verhütungsberatung sollte durch eine Institutionalisierung der Zusammenarbeit von Frauenarztpraxen, Apotheken und Schwangerschaftsberatungsstellen gemeinsam weiterentwickelt werden.

Weiterführende Empfehlungen von pro familia

Im Laufe des Projektes stellte sich heraus, dass die Begrenzung auf Frauen mit wenig Geld und auf verschreibungspflichtige Verhütungsmittel, der Ausschluss von Männern und die begrenzte örtliche Erreichbarkeit für die Kostenübernahme (Aufsuchen der Beratungsstelle) hinterfragt werden sollten.

Vor dem Hintergrund der erfahrenen Barrieren beim Zugang zu den Angeboten im Modellprojekt, aber auch vor dem Hintergrund aktueller politischer Diskussionen (Gesetzesanträge und deren parlamentarische und außerparlamentarische Debatten) diskutierte pro familia weiter und kommt zu dem Ergebnis, dass die Kostenübernahme für Frauen mit wenig Geld nur ein erster Schritt sein kann, um das Recht auf Familienplanung umzusetzen.

Im Sinne der Umsetzung von sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten müssen weitere Schritte folgen. Eine umfassende menschenrechtsbasierte Lösung sollte Frauen und Männer einbeziehen, es sollten alle Verhütungsmittel, also auch Barrieremethoden (z. B. Diaphragma und Kondome, auch symptothermale Methoden), in die Kostenübernahme einbezogen werden.

Eine stigmatisierende Bedürftigkeitsprüfung für Menschen mit wenig Geld sollte es nicht geben. Schwangerschaftsverhütungsmethoden als Mittel der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung sollten deshalb in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden und unbürokratisch zugänglich sein.

Für Nicht-Krankenversicherte (z.B. Menschen ohne Papiere), die über diesen Weg nicht erreicht werden können, sollten gesonderte Zugänge in Zusammenarbeit mit Beratungsstellen ermöglicht werden.

Back to top