biko

Beratung – Information – Kostenübernahme bei Verhütung

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Über biko

Zugang zu Verhütung: Frauen in ihrem Recht auf selbstbestimmte Verhütung stärken und das Menschenrecht auf Familienplanung verwirklichen.

Mit dem Modellprojekt biko erprobt pro familia an sieben Standorten eine gute Praxis der Kostenübernahme. biko ermöglicht Frauen mit wenig Geld einen Zugang zu verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln und hilft, ungeplante Schwangerschaften zu vermeiden. biko läuft bis Juni 2019 (Lübeck: März 2019).

Erstmals wird die Kostenübernahme durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit für potenziell anspruchsberechtige Frauen und wichtige Multiplikatoren begleitet, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Zudem sollen Möglichkeiten für eine bundesweite, einheitliche Lösung ausgelotet werden.

Informationen

Studien zeigen, dass Frauen ihr Verhütungsverhalten ändern, wenn das Geld knapp ist. Bei der Entscheidung für eine Verhütungsmethode sollten jedoch nicht die Kosten, sondern Verträglichkeit und Sicherheit die entscheidenden Kriterien sein.

Der pro familia Bundesverband erprobt deshalb seit Anfang des Jahres 2017 in einem wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt, wie eine Kostenübernahme von verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln für Frauen mit wenig Geld realisiert werden kann.

Das Modellprojekt biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung – wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Laufzeit und Standorte

Die Kostenübernahme läuft von Januar 2017 (Lübeck: Oktober 2016) bis Juni 2019 (Lübeck: März 2019) an diesen sieben Standorten:

  • Erfurt und Artern
  • Halle an der Saale
  • Lübeck
  • Ludwigsfelde und Landkreis Teltow-Fläming
  • Recklinghausen, Marl und Gladbeck
  • Saarbrücken
  • Wilhelmshaven und Landkreis Friesland

Ziele

Menschen mit einem geringen Einkommen können sich Verhütung oft nicht leisten. Seit 2004 müssen verordnete Verhütungsmittel über den Regelsatz von knapp 18 Euro monatlich mitfinanziert werden. Wenige Kommunen haben deshalb Kompensationslösungen mit speziellen Fonds eingerichtet, die den Bedarf vor Ort oft nicht decken. In vielen Bundesländern gibt es keine Angebote. Eine bundesweite einheitliche Lösung zur Kostenübernahme von Verhütungsmitteln besteht nicht.

Mit dem Modellprojekt erprobt der pro familia Bundesverband eine gute Praxis der Kostenübernahme von verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln und lotet Möglichkeiten für eine bundesweite Lösung aus. Mit biko wird auch der Bedarf für eine finanzielle Unterstützung erfasst.

Evaluation

Im Rahmen einer begleitenden Evaluation befragt das Forschungsinstitut Camino Werkstatt im Auftrag von pro familia Frauen und Kooperationspartner. Somit werden auch Barrieren für den Zugang ermittelt. Die Auswertung der Erhebung soll auch dazu beitragen, Erkenntnisse über einen weiteren Regelungsbedarf bezüglich der Kostenübernahme von Verhütungsmitteln zu gewinnen.

Hintergrund

pro familia setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Verhütung ein. Dabei steht für pro familia der Zugang zu sicheren und verträglichen Verhütungsmitteln im Rang eines individuellen Menschenrechtes.

Da es keine bundesweit einheitliche Lösung zur Kostenübernahme von verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln gibt, hat sich der pro familia Bundesverband 2015 mit einer Kampagne für eine bundesweite, einheitliche Regelung mit Rechtsanspruch auf kostenfreie Verhütungsmittel für Menschen mit geringem Einkommen eingesetzt.

Verbände und Gewerkschaften unterstützten im gleichen Jahr eine Bundestagspetition von pro familia mit dem Ziel der Einführung eines Rechtsanspruchs auf Kostenübernahme von Verhütungsmitteln.

Das Menschenrecht auf Familienplanung wurde erstmals 1968 von den Vereinten Nationen in Teheran verkündet und 1995 in der Charta der sexuellen und reproduktiven Rechte von der International Planned Parenthood Federation (IPPF) ausformuliert. Frauen und Männer haben demnach das grundlegende Recht, über die Anzahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt frei zu entscheiden. Darin heißt es aus außerdem: „Menschen haben das Recht, eine sichere und individuell akzeptable Methode zum Schutz vor ungeplanter Schwangerschaft frei zu wählen und anzuwenden.“

Die Forderung nach Zugang zu Verhütung findet sich auch wieder in den „Sustainable Development Goals“ der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, denen sich die Bundesregierung verpflichtet hat.

Ansprechpartner

pro familia Bundesverband

biko-Projektleitung

Dr. Alexandra Ommert

Kristina Nottbohm

Stresemannallee 3
60596 Frankfurt am Main

biko@profamilia.de
Tel: 069 26957790

Beratungsstellen der sieben biko-Standorte

pro familia

pro familia ist der führende Verband zu den Themen Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung in Deutschland. pro familia engagiert sich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte. Dazu zählt auch das Recht auf Zugang zu frei gewählten, individuell passenden, erschwinglichen und zuverlässigen Verhütungsmethoden. Auf der Internetseite von pro familia erfahren Sie mehr über die Arbeit und das Engagement von pro familia zum Thema Menschenrecht Verhütung und rechtebasierte Kontrazeptionsberatung.

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